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Advanced Hazmat Life Support – Switzerland

Wissen und Kompetenzen im Umgang mit Risiken aus dem Bereich chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Bedrohungen sind auch in der Schweiz nur bedingt vorhanden. Dies gilt insbesondere für das medizinische Management von Patient:innen nach entsprechender Exposition. Das Schweizerische Zentrum für Rettungs-, Notfall- und Katastrophenmedizin (SZRNK-SCRED) füllt diese Lücke durch das Angebot einer standardisierten Fortbildung.

Diese richtet sich primär an Fachpersonen aus dem Gesundheitsbereich, ist aber auch für weitere Kreise, die sich mit der CBRN-Thematik auseinandersetzen, (Pharmazie, Arbeitsmedizin, Behörden und Armee) offen. Ein wichtiges Ziel des SZRNK-SCRED ist, das Gesundheitspersonal mit Erstkontakt zu Notfallpatienten zu erreichen und dieses zu sensibilisieren, damit allfällig böswillige Intentionen frühzeitig erkannt und die Gesundheitseinrichtungen der Schweiz dadurch geschützt werden können.
Glücklicherweise sind CBRN-Ereignisse selten und die Zahl betroffener Patienten bisher in der Schweiz klein. Dies bedeutet aber auch, dass nur wenig konkrete Erfahrung vorhanden ist. Dies ist der Hauptgrund, warum das SZRNK-SCRED die Zusammenarbeit mit Advanced Hazmat Life Support (AHLS), dem seit 1999 weltweit vernetzten CBRN-Weiterbildungspartner gesucht hat. Die AHLS-Swiss-Faculty ist im internationalen AHLS-Board vertreten und kann darum die für die Schweiz relevanten Spezifitäten (z.B. spezifischer Gebrauch von Antidota) in das Fortbildungsprogramm einbringen und hat gleichzeitig Zugriff auf ein weltweites Netzwerk an Spezialist:innen aus dem CBRN-Bereich.

Das SCRED pflegt enge Beziehungen mit dem Tox Info Suisse, dem Labor Spiez des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS), dem Koordinierten Sanitätsdienst (KSD) und der Schweizer Armee und leistet dadurch einen Beitrag zur nationalen Koordination.
Das SCRED konnte eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Universitäten Zürich, Lausanne und Genf aufbauen und den AHLS-Provider-Kurs als Modul in die Lehrpläne für Arbeitsmedizin- und Arbeitshygiene und im Advanced Study Programm der Universität für das CAS «disaster pharmacy».

Damit leistet das SCRED einen Beitrag für eine Unité de doctrine im Bereich des Medizinischen Managements von CBRN-Betroffenen. Aus diesem Grund wird das Weiterbildungsangebot sowohl in Deutsch und Englisch angeboten.

Advanced Hazmat Life Support

AHLS Faculty Switzerland

Die AHLS Fakultät (Faculty) stellt sicher, dass das Unterrichtsmaterial dem neuesten Stand der international verwendeten AHLS-Lehrmittel entspricht und schweizerischen und europäischen Standards in Absprache mit der AHLS-International-Faculty eingepflegt werden. Sie ist für die Übersetzung des gesamten Unterrichtsmaterials auf Deutsch zuständig. Das SCRED pflegt den Schweizer Pool an AHLS-anerkannten Dozent:innen. Das SCRED garantiert für eine angemessene Repräsentation aller beteiligten Institutionen sowie der hauptsächlich vertretenen Berufsgruppen.

AHLS Dozentinnen und Dozenten Faculty Switzerland mit Frank Walter von AHLS International (nicht vollständig)

AHLS Switzerland Antidotes

AHLS Faculty Switzerland

Wie ist AHLS in der Schweiz organisiert?

Auftraggeber: Koordinierter Sanitätsdienst (KSD) in Koordination mit Labor Spiez

Hauptsponsor: Koordinierter Sanitätsdienst (KSD)

Organisation für Planung und Realisation der AHLS-Provider & Instructor-Kurse: Schweiz. Zentrum für Rettungs-, Notfall- und Katastrophenmedizin (SZRNK-SCRED)

AHSL-Swiss-Faculty: Experten-Board & Repräsentation der relevanten Partner Organisationen
Aufgaben:

    • Sicherstellen des AHLS-Instructor-Pools
    • Übersetzung und Adaption des Unterrichtsmaterials
    • Neu- und Weiterentwicklung der CBRN-Swiss-Module
    • Aufbereitung der Anträge an die internationale AHLS-Faculty
    • Rekrutierung und permanente Weiterbildung des AHLS-Instructor-Pools
Welche Experten und Organisationen sind in der Faculty vertreten?
Expert:innen

  • Dr. phil. nat. Beat Aebi, Chef Einsatz, Labor Spiez
  • Dr. med. Colette Degrandi, Oberärztin, Tox Info Suisse
  • Petra Emmerich, Studiengangsleiterin Notfallpflege HF NDS, EMP, Höhere Fachschule Z-INA, Zürich
  • Sven Hoffmann, Studiengangsleiter DAS Work+Health, Universität Zürich
  • Dr. med. Hugo Kupferschmidt, Leiter Giftnotruf, Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • Prof. Dr. med. Anne Leuppi-Taegtmeyer, Oberärztin, Klinische Pharmakologie & Toxikologie, Universitätsspital Basel
  • Michael Müller, Rettungssanitäter NDS HF, Dipl. Experte Anästhesiepflege NDS HF, Rettung St. Gallen
  • Dr. med. David Schurter, Anästhesie FMH, Leitender Notarzt, Schutz & Rettung Zürich
  • PD Dr. pharm. Nicolas Widmer, Chefapotheker, Apotheke der Spitäler der Region Ost-Waadtland, Rennaz und Operativer Direktor des Fachzentrums für Notfall- und Katastrophenpharmazie, Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Westschweiz, Universität Genf
  • PD Dr. med. Mathias Zürcher, Vorsitzender der AHLS-Swiss-Faculty und Kursdirektor AHLS; Leiter der Weiterbildung «Sanitätsdienstliche Führung Grossereignis (SFG)»; Leitender Arzt für Rettungs- und Katastrophenmedizin, Anästhesiologie, Universitätsspital Basel

Kooperationspartner / Organisationen

Können sich andere Organisationen beteiligen?

Die Faculty ist offen gegenüber allen interessierten Organisationen und Institutionen die sich mit dem Thema «sanitätsdienstliche Reaktion auf CBRN-Ereignisse» auseinandersetzen. Interessent:innen werden gebeten, mit der SCRED Geschäftsstelle Kontakt aufzunehmen.

Antidote Schweiz

Die AHLS-Swiss-Faculty ist dafür besorgt, dass alle auf der Antidota-Liste der Schweiz geführten Substanzen auch in die offiziellen AHLS-Lehrmittel aufgenommen und integriert werden. Aus diesem Grund verfügt die AHLS-Swiss-Faculty über eine permanente Vertretung in der AHLS-International-Faculty, welche jährlich während des North American Congress of Clinical Toxicology tagt. Die enge Zusammenarbeit mit Tox Info Suisse sowie den Verantwortlichen des Curriculums des CAS in Medicines and Medical Devices in Emergency and Disaster fördert das Verständnis bezüglich der Anwendung und dem Umgang mit den auf der Schweizerischen Antidot-Liste aufgeführten Substanzen.